Gemeinsam achtsam

Die Sozialämter haben alle Hände voll zu tun, um Kinder zu schützen und Hinweisen auf Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen. Doch die Aufgabe kommt häufig einem Spagat gleich

Gemeinsam achtsam


Kinder haben ein Recht darauf, geborgen und gesund aufzuwachsen.

Die Polizei findet die Leiche einer Siebenjährigen. Sie verhungerte in ihrem Zimmer, während die Eltern nebenan fernsahen. Regelmäßig lesen wir in den Medien über erschütternde Schicksale von Kindern, die schwer misshandelt wurden und in manchen Fällen sogar an den Folgen ihrer Qualen starben. Und immer, wenn Fälle von Kindesmisshandlungen Schlagzeilen machen, stellen wir uns die Frage: Wie hätte das verhindert werden können?

Kinder richtig schützen – eine schwierige Gratwanderung

Die Sozialämter haben alle Hände voll zu tun, um Kinder zu schützen und Hinweisen auf Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen. Dabei arbeiten sie eng mit Kindertagesstätten, Schulen, Ärzten und der Polizei zusammen und entwickeln mit den betroffenen Familien Lösungsmöglichkeiten. Nehmen die Eltern keine Hilfe an oder ist das Wohl der Kinder dauerhaft gefährdet, entscheidet das Familiengericht über das Sorgerecht und den Lebensort der Kinder. Im äußersten Fall nimmt das Jugendamt Kinder in Obhut.

Ist das Wohl eines Kindes so gefährdet, dass es der elterlichen Sorge entzogen werden muss?

Doch die Aufgabe kommt häufig einem Spagat gleich. Tagtäglich müssen die Fachkräfte in oft komplexen und undurchsichtigen familiären Situationen die Gefahren einschätzen und Elternrecht gegen Kindeswohl abwägen. Keine leichte Aufgabe...

Zwischen Vertrauen und Generalverdacht

Ist es nötig sofort einzuschreiten? Sind die Eltern kooperationsbereit? Muss ein Antrag beim Familiengericht auf Entzug des Sorgerechts gestellt werden? Für die Sozialarbeiter sind Fälle von Kindeswohlgefährdungen ein schwieriger Balanceakt. Vor allem, weil die Lage in den Familien oft nicht eindeutig ist und mitunter auch Misshandlungen angezeigt werden, die sich am Ende als haltlos erweisen.

Gewalt hat viele Gesichter

Kindesmissbrauch kennt keine gesellschaftlichen Grenzen. Überall dort, wo ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern besteht, können auch Gefahren lauern. Kindergärten und Schulen sind ebenso wenig davor gefeit wie Sportvereine oder das eigene Zuhause. Täter tragen keinen Zettel auf der Stirn, wir sehen es ihnen nicht an, und wir trauen es ihnen (meist) nicht zu. So wissen auch die Zeugen von Kindesmissbrauch oft nicht, wie sie reagieren sollen: Wegschauen, ansprechen, anzeigen? Niemand will schließlich als Denunziant da stehen...

Kinderschutz geht uns alle an

In unserem Seminar widmen wir uns den Grundlagen des Familienrechts, insbesondere dem Sorge- und Umgangsrecht. Zudem klären wir, welche Risikofaktoren für Kindeswohlgefährdung in der Familie und im Lebensumfeld bestehen, wie Sie selbst bei Verdachtsfällen angemessen reagieren und juristische Stolperfallen umgehen.

Foto: www.pexels.com

 

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